TheaterJUGENDclub
Bei uns kannst DU auf der Bühne stehen, wenn Du mindestens 14 Jahre alt bist. Wir proben dienstags von 16 – 18 Uhr, es gibt ein Probenwochenende, Endproben und mehrere Aufführung am Schuljahresende.
HAMLET (2026)








Sein oder nicht sein?
Stellen Sie sich vor, Sie sind jung. Sie sind glücklich, verliebt und werden geliebt. Dann geht ein geliebter Mensch. Und sie kriegen eine nahezu unlösbare Aufgabe an die Hand. Eine, die sie nicht nur maximal aufwühlt, sondern eine, die etwas moralisch vollkommen Verwerfliches fordert. So ergangen ist es niemand Geringerem als Hamlet, Prinz von Dänemark und Shakespeares wohl bekanntesten Antihelden. Hamlet trägt eine moralische Last, er zaudert und zerbricht an seiner Bürde. Nichts Passenderes hätte sich der Theaterjugendclub des Theater mittendrin für seine derzeitige Spielzeit aussuchen können in einer Zeit, in der junge Menschen die moralische Last tragen, die Dystopien von Klimawandel, Kriegen und Wirtschaftskrisen mit sich bringen. Umso erstaunlicher, dass das junge Ensemble eine Shakespeare-Inszenierung zeichnet, die so unaufgeregt daherkommt und dadurch viel mehr Tiefe erlangt und unter die Haut geht.
Hamlet, Prinz von Dänemark findet sich zum Beginn des Shakespeare’schen Werkes, kurz nach dem Tod seines Vaters auf der Hochzeit seiner Mutter mit seinem Onkel wieder. Zu Recht ist er angewidert, findet für seine Trauer und Fassungslosigkeit kaum ein Ventil, außer vielleicht in der Liebe zu seiner Jugendfreundin Ophelia oder der Freundschaft zu Horatio. In der Nacht begegnet er dem Geist seines verstorbenen Vaters, der ihm berichtet, dass er ermordet wurde und von seinem Sohn fordert, den Tod zu rächen. Hamlet ist von dort an der Selbstzerstörung preisgegeben, hadert mit seinem Schicksal, zwischen Wut und Verzweiflung gibt er den Verrückten, mordet und verletzt, bis am Ende alle sterben müssen, außer Horatio, der von der tragischen Geschichte des dänischen Königshauses erzählen soll.
Das Ensemble unter der Spielleitung von Barbara Gottwald taucht seine Inszenierung in teils schummriges Licht, die Bühne ist minimalistisch ausgestattet, die Darsteller tragen schwarz mit roten und weißen Nuancen. Die Gesichter sind weiß geschminkt, es gibt Livemusik und es wird in Richtung Publikum gesprochen, das Ganze wirkt wie der verzerrte Traum eines surrealen Geschehens. Der Geist des verstorbenen Vaters besteht aus mehreren Gesichtern, in ihm spiegeln sich all die Themen von Shakespeares „Hamet“, die Last der Familie, die Machtspiele und Intrigen, die Unfähigkeit miteinander zu sprechen. Und dazu ist das Spiel der Darsteller angenehm zurückhaltend, fast sanft, manchmal zynisch und nur an den richtigen Stellen aufbrausend und so ganz anders, als man es von einem Gemetzel a la Shakespeare erwarten könnte. Das ist erstaunlich, denn die jungen Darstellerinnen und Darsteller (Theresa Goldbach, Mathilda Haller, Emi Cato Druschel, Jonathan Krämer, Chaim Pithan, Jael Pithan, Johan Pelle Gottwald) im Alter von 13 bis 18 Jahren haben eine ungeheure Klarheit, was ihre Botschaften und Charaktere angeht.
(Anne Baumann)
